Dichtstoffe
Elementdichtstoffe
- Folien aus Metall werden bspw. bei Brücken oder Terrassen verwendet.
- Profile aus Kautschuk oder Kunststoff benutzt man bspw. bei Fertigteilen.
- Bänder aus Kunststoff benutzt man bspw. im Brückenbau
Folien werden in der Regel aus Kupfer hergestellt. Die 0,8 bis 1,0 mm dicken Kupferbleche werden über die Fuge gelegt und verklebt oder auch einbetoniert. Eine Schlaufe nimmt die Bewegungen der Fuge aus.
Profile werden in verschiedenen Querschnittsformen aus Metall, Kautschuk oder Kunststoff hergestellt.
Fugenbänder und -bleche
Je nach konstruktiven Gegebenheiten, zu erstellenden Bauteilen, objektbezogenen Vorgaben und der anstehenden Fugenart wird die Verwendung eines bestimmten Fugenbandes festgelegt. Fugen, die beim Zusammenfügen von Bauteilen entstehen, müssen fachgerecht ausgebildet werden. Die Fugenabdichtungen muss dabei dem Wärme-, Schall-, Feuchte- und Brandschutz genügen.
Je nach Aufgabe unterscheidet man Dehnungsfugen-, Arbeitsfugen-, Breit-, Pressfugen- oder Fugenabschlussbänder. Dehnungsfugen an Gebäuden bewegen sich aufgrund von Temperaturänderungen und durch die Kombination unterschiedlicher Materialien, welche unterschiedlich auf Temperaturdifferenzen reagieren.
Es werden eine Vielzahl von Fugendichtungsbändern und -blechen unterschieden:
Dichtungsbänder im Betonbau
Dichtungsbänder finden besonders im Betonbau Verwendung. Je nach Art des Profils unterscheidet man Dehnfugen-, Arbeitsfugen- und Fugenabschlussbänder.
Dehnfugenbänder können als innenliegende oder außenliegende Bänder ausgeführt sein. Sie bestehen aus Elastomer, Tricomer oder PVC-P. Sie werden als einfache, flache Bänder ausgeführt oder sie haben, wie bspw. bei innenliegenden Dehnungsfugenbändern, einen Dehnteil, Dichtungsteile und Verankerungsteile. Die Profilbänder müssen dauerelastisch, verformbar, fest und steif, alterungs-, verrottungs- und temperaturbeständig sein. Sie müssen zudem in der Lage sein, sich in ihre alte Form zurück zu stellen.
Das Dehnfugenband darf beim Einbau nicht flachgedrückt werden und muss vollständig von Beton umgeben sein. Der Mittelschlauch des Dehnfugenbandes findet im Fugenschlitz Platz. Der Verankerungsteil des Bandes wird mit der Schalung oder Bewehrung mittels Fugenbandklammer und Bindedraht verrödelt.
Arbeitsfugenbänder verwendet man, wenn Bauteile nicht in einem Betonierabschnitt hergestellt werden können. Sie können innenliegend oder außenliegend einbauen können. Statt innenliegender Arbeitsfugenbänder können auch Fugenbleche und Injektionsschläuche verwendet werden. Nach dem Erhärten des Betons wird flüssiges Kunstharz eingepresst, welches im Arbeitsfugenbereich austreten kann und so den Fugenspalt, Fehlstellen und Risse ausfüllt und abdichtet.
Fugenabschlussbänder ermöglichen einen bündigen Fugenabschluss. Sie stellen eine Alternative zu einer dauerelastischen Fugenverfüllung dar und verhindern das Eindringen von Erdreich, Schmutz und Steinen.
Fugenbänder, die zur Sanierung von unterdimensionierten oder schadhaften Dehnfugen eingesetzt werden, nehmen in ihrer Dehnungszone, ca. 60 % der gesamten Fugenbandbreite, Bewegungen auf, wenn sie über eine Fuge geklebt werden. Die Klebezonen an den Rändern dürfen keine Fugenbewegung aufnehmen. Die Fugenbänder dürfen keine Deformationen oder Beschädigungen aufweisen. Sie sind faltenfrei zu verlegen und nur bei über 0°C einzubauen.
Vorkomprimierte Fugenbänder bestehen aus einer Polyurethanbasis. Sie expandieren nach dem Einbringen in die Fuge und verschließen sie so. Diese Bänder gibt es für den Innen- und Außenbereich.
In wasserundurchlässigen Betonbauteilen werden zur Abdichtung von Fugen Fugenbleche eingesetzt. Aus der Verbundwirkung zwischen dem bitumen- oder betonitbeschichteten Stahlblech und Beton resultiert die Dichtwirkung.
Es gibt auch Fugenbänder für Asphaltstraßen, die bei Längsverbindung von Fahrspuren, Anschlüssen und Anflickungen eingesetzt werden. Diese bituminösen Fugendichtbänder gibt es entweder selbstklebend, kaltselbstklebend oder als anschmelzbares Band. Bevor das Fugenband eingebracht wird, kann der Untergrund für einen besseren Fugenverbund vorgestrichen oder -gespritzt werden.
Gieß-, spachtel- oder spritzfähige Dichtstoffe
Massendichtstoffe
- Feste Stoffe, wie Mörtel, werden zur Rissfüllung bspw. bei Belägen verwendet.
- Heißvergussmassen für den Straßenbau bzw. bei Betonfahrbahnen.
- Elastische Stoffe aus Silikon, Polyurethan oder Acryl für verschiedene Anwendungen im Hochbau.
Die gieß- spachtel- oder spritzfähigen Dichtstoffe erhärten nach der Verarbeitung und bleiben danach meist plastisch bis elastisch. Es gibt auch feste Dichtstoffe, dazu gehören kunststoffmodifizierte Mörtel, Epoxydharz- und Polyester Massen. Im Straßenbau werden in der Regel bituminöse Stoffe verwendet, die zu den gussförmigen Dichtstoffen zählen. Elastische Massen werden in Kartuschen geliefert und mit Spritzpistolen verarbeitet.
Für die bereits erwähnte Vielzahl von Fugen im Hoch- und Tiefbau gibt es eine Fülle von Dichtstoffen. An die Materialien werden hohe Erwartungen an Dauerhaftigkeit, Verarbeitbarkeit, UV-Beständigkeit, Glashaftung, Anstrichverträglichkeit und vielem mehr gestellt. Wichtig ist, dass der Dichtstoff an verschiedenen Materialien haftet. Dies kann durch chemische Reaktivität oder durch eine physikalische Wechselwirkung (elektrostatische Kräfte) erfolgen. Damit sich diese Adhäsionskräfte bilden können, müssen die Fugenflanken entsprechende Eigenschaften aufweisen und evtl. vorbereitet werden: Sie müssen staub-, fett-, und rostfrei sein und unter Umständen mit einem sogenannten Primer vorbereitet werden. Eine weitere Eigenschaft von Dichtstoffen ist der `innere Zusammenhalt`, die Kohäsion. Er verhindert ein Zerreißen des Materials bei Beanspruchungen und die daraus resultierenden Folgeschäden.
Die bereits erwähnte chemische Reaktivität erfolgt nach dem Einbringen des Dichtstoffes. Einige Materialien erhärten unter Luftfeuchtigkeit bzw. infolge von Kondensation. Dabei werden je nach Dichtstoff verschiedene Moleküle, bspw. Kohlendioxid, Wasser oder Essigsäure, abgespalten. Ist ein Dichtstoff physikalisch reaktiv, erhärtet er beim Abkühlen nach dem Aufschmelzen oder durch den Verlust von Wasser. Zwischen Untergrund und dem Dichtstoff laufen keinerlei chemische Veränderungen ab.
Dichtstoffe verhalten sich elastisch, plastoelastisch/elastoplastisch oder plastisch.
Silikon - Fugendichtstoffe
Die Einkomponenten-Dichtungsmasse muss gut zu Verarbeiten sein, gute Abdichtungseigenschaften haben und dauerelastisch sein, um Bewegungen aus dem Untergrund oder dem Bauteil aufzunehmen. Im Sanitärbereich ist wegen der zu erwartenden Reinigungs- und Pflegemitteln eine hohe Chemikalienbeständigkeit wichtig. Acetatvernetzende Systeme haften gut auf allen Keramischen Belägen. Silikone für den Sanitärbereich sind in der Regel pilz- und schimmelhemmend. Silikone gibt es als Acetat-, Aminoxy-, Oxim-, Benzamid- und Alkoxisysteme. Das bekannte Acetatsystem spaltet beim Aushärten Essigsäure ab. Silikon lässt sich nicht mit Dispersionsfarbe überstreichen.
Polyurethan-Dichtstoffe
Dieser Einkomponenten-Dichtstoff wird im Hoch- und Tiefbau eingesetzt. Bei der Verarbeitung ist das Material plastisch und standfest. Durch die Luftfeuchtigkeit härtet es zu einem elastischen Dichtstoff aus. Es gibt verschiedene Varianten von Polyurethan-Dichtstoffen, die für Fugen nach DIN 18540 eingesetzt werden, bspw. für Anschlussfugen Wand/Boden, Fugen an Fenstern und Türen, Anschlussfugen an Putz, Mörtel oder Mauerwerk aber auch als chemikalienresistenter Dichtstoff (bspw. bei Kläranlagen) u.v.m.
Acryl-Dichtstoffe
Elastoplastisches Acryl wird oft zur Fugen- und Rissabdichtung im Hochbau und bei geringer Bewegung verwendet. Außerdem kann es zur Abdichtung bei Anschlussfugen im Innenbereich an Fenster- und Türrahmen aus Holz und Kunststoff eingesetzt werden. Nach dem Einbringen erhärtet das pastöse Material durch das Verdunsten des Wasseranteils. Es kann mit Dispersionsfarbe (Wandfarbe) überstrichen oder mit Tapeten überklebt werden. Acryl-Dichtstoff ist nicht für den Nassbereich geeignet.
Außerdem gibt es noch Dichtstoffe auf Basis silanmodifizierter Polymere, Polysulfide, Butyldicht- und andere lösemittelhaltige Dichtstoffe
(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2008, www. fugenabdichtung.de
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