Fugen im Mauerwerk

Verfugen von Vormauerziegeln

Fugen im Verblendmauerwerk sind so auszuführen, das Niederschlagswasser ungehindert die Fassade herab fließen kann. So bündig wie möglich soll die Fuge maximal 2 mm hinter den Sichtflächen der Ziegel abschließen. Das Verfugen erfolgt an Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit, wenig Luftzug und geringer Sonneneinstrahlung. Ist die Witterung ungünstig, müssen Vorkehrungen, wie bspw. Schutzplanen, verwendet werden. Bei Frost darf nicht verfugt werden!

Wird beim Mauern verfugt, kann man die Fugen im angesteiften aber noch verformungsfähigen Zustand mit einem Stück Schlauch bündig abgleichen. Bei einer nachträglichen Verfugung sind die Fugen während des Mauerns flankensauber auszukratzen. Wird der Fugenmörtel dann eingebracht, ist die Mauer vorzunässen und evtl. zu reinigen. Der Fugenmörtel ist in zwei Arbeitsgängen in die Fuge zu drücken und zu verdichten. Eine genaue Vorbereitung und Ausführung verhindert später Folgeschäden!


Dehnungsfugen in zweischaligem Außenmauerwerk

Die Vormauerschale ist besonders den wechselnden Witterungseinflüssen ausgesetzt. Durch ihre Ausrichtung in verschiedene Himmelsrichtungen, sind bestimmte Außenwände unterschiedlich starken Temperaturschwankungen, Wind und Regen ausgesetzt. Um Spannungen und Risse bei zweischaligem Außenmauerwerk zu vermeiden, werden konstruktive Maßnahmen eingesetzt.

Deshalb müssen in der Außenschale Dehnungsfugen angeordnet werden.

Die Dehnungsfuge in Vormauerschalen wird an den Gebäudeecken nach folgender Regel geplant:

Westwand vor Süd- und Nordwand, Südwand vor Ostwand und Ostwand vor Nordwand. Bei Wandkonstruktionen mit Luftschicht und Ziegelmauerwerk ist alle 10 bis 12 m eine Dehnungsfuge anzuordnen. Bei Kalksandsteinmauerwerk mit Kerndämmung sogar alle 5 bis 8 m. Hat der Verblender eine besonders dunkle Oberfläche oder wird stark besonnt, sind geringere Abstände zu wählen.

Die Vormauerschale muss mit 3 zusätzlichen Drahtankern je laufenden Meter Randlänge befestigt werden. Die Fassadenabschnitte sind feste Wandscheiben, die sich vertikal bewegen müssen.

Laut DIN ist die Dehnungsfuge mit geeigneten Materialien dauerhaft und dicht zu schließen. Man verwendet Fugendichtmassen, Dichtungsbänder aus Polyurethan-Schaumstoff oder Kunststoffprofile. Horizontale Dehnungsfugen müssen geschlossen sein, damit kein herablaufendes Wasser eindringt. Vertikale Fugen können durch Folien oder andere Maßnahmen so abgedichtet werden, dass kein Wasser in die Dämmung oder die dahinterliegende Wand fließt.



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